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Ein Studium in den Job integrieren

Was tun, wenn man mit einem Studium liebäugelt, aber die spannende Arbeit in der Kfz-Werkstatt oder dem Autohaus nicht missen möchte? Man entscheidet sich für den TBA – so wie Ferdinand Dernai und Aaron Freiberg. 

Ferdinand Dernai machte 2016 sein Abitur und war lang unsicher, was er anschließend machen sollte. Kurz bevor das Ausbildungsjahr begann, entschied er sich für die Ausbildungsvariante im Berufskolleg KFZ. Anschließend arbeitete er ein Jahr als Geselle, als sein Chef auf ihn zukam, um über den TBA zu sprechen. 

Aaron Freiberg kennt sich aus mit verschiedenen Schulformen. Nach dem Realschul-Abschluss wechselte er auf ein technisches Gymnasium und schloss dort mit dem Abitur ab. Nach einem Jahr Wehrdienst begann er ein Maschinenbau-Studium. Er merkte schnell, dass ihm das nicht lag und kam durch Zufall an die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Er konnte verkürzen und bereits nach 2 Jahren seinen Gesellenbrief in den Händen halten. Ein weiteres Jahr war er beim Autohaus Sirch als Geselle angestellt, bevor er in den TBA startete. 

Zusammenarbeit zwischen Kfz-Betrieb und Studierenden

Ein zentraler Aspekt bei diesem Studiengang ist die Zusammenarbeit zwischen Kfz-Betrieb und Studierenden. Beide Seiten profitieren von diesem Modell und sollten ihren Teil zum Gelingen beitragen.  

Wer sich für dieses Studium entscheiden, erhält nach drei Jahren drei wichtige Abschlüsse: den Kfz-Techniker-Meister, den Betriebswirt im Kfz-Gewerbe (Hwk) und den Zertifizierten Automobil-Ökonom (BFC). Das Wissen und die Kompetenzen daraus bilden eine optimale Grundlage für den weiteren Berufsweg in der Kfz-Branche. 

Der Betrieb hingegen fördert motivierte Mitarbeiter und hält sie im Unternehmen. Aus diesem Grund kam auch Christian Scheel, Inhaber des Autohauses Scheel in Heidenheim auf Ferdinand Dernai zu. Sein Chef erkundigte sich regelmäßig bei seinen Mitarbeitern nach deren Zukunftsplänen. Und weil Dernai sowieso plante, eines Tages seinen Meister zu machen, sprang er gleich auf das Angebot seines Chefs an: “Ich hatte vom TBA vorher nichts gehört und habe mich dann beim Info-Abend genauer informiert. Mir hat besonders gut gefallen, als einer der ersten Studenten Vorreiter zu sein und durch mein Feedback den Studiengang noch verbessern zu können. Das war dann auch ausschlaggebend für meine Entscheidung.” 

Auch Aaron Freiberg wollte sich nach seiner Ausbildung weiter entwickeln und hatte schon ein Studium ins Auge gefasst. Auch hier machte ihn sein Chef, Tobias Sirch vom Autohaus Sirch in Leutkirch, auf den TBA-Studiengang aufmerksam.  

Die Entscheidung sollte gut überlegt sein

Die Entscheidung für den TBA sollte nicht übereilt getroffen werden. Schließlich verpflichtet man sich für drei Jahre und muss einiges an Zeit investieren. “Mir hat die Ausbildung in meinem Betrieb sehr gut gefallen, ich mag die Aufgaben und das Team”, erzählt Freiberg. “Das war auch der Grund, warum ich mich dann schlussendlich für den TBA entschieden habe. Ich konnte in meinem Betrieb bleiben und mich dennoch breit aufgestellt weiterentwickeln.” 

Voraussetzung: Selbstorganisation und Durchhaltevermögen 

Wenn man die Interviewpartner fragt, was die wichtigsten Voraussetzungen sind, um das Studium erfolgreich zu durchlaufen, sind sie sich einig: “Selbstorganisation und Durchhaltevermögen!” Es ist wichtig, zum Lernen einen genauen Plan zu haben und sich auch daran zu halten. Außerdem darf man das große Ziel, den Abschluss, nicht aus den Augen verlieren. Ein berufsbegleitendes Studium ist teilweise anstrengend und auch fordernd. Das muss man bedenken.  

Während der drei Jahre sind die Studenten auch immer wieder mit Themen konfrontiert, in denen sie beruflich noch kaum Erfahrungen haben. Da sei es wichtig, sich weiter zu informieren, über den Tellerrand zu schauen und zu überlegen, wo im Betrieb man das neu erworbene Wissen einsetzen kann, betont Dernai. 

Lernen, lernen, lernen 

Das TBA-Studium muss zusätzlich zum Job absolviert werden – das heißt, die Zeit ist knapp. Wer richtig viel Energie hat, kümmert sich abends und am Wochenende um die Lernbriefe und Aufgaben. Die Erfahrung zeigt aber, dass es sinnvoll ist, einen Tag der fünf Arbeitstage für das Studium zu reservieren. Das geschieht natürlich in Absprache mit dem Betrieb. Teilweise sind die Lernbriefe – vor allem im Fernstudium – umfangreicher, so dass auch am Wochenende die Bücher rufen.  

Verbindung zwischen Studium und Betrieb 

Grundvoraussetzung für ein gutes Miteinander von Arbeit und Studium ist die Unterstützung durch den Betrieb und durch Vorgesetzte; diese müssen sich aktiv als Partner engagieren.  

Es hilft jedoch auch sehr, in verschiedene Bereiche des Betriebs reinzuschnuppern. Freiberg macht dazu aktiv Vorschläge, welche Abteilungen ihn interessieren und wie er das Gelernte aus dem Studium direkt einbringen könnte. “Eigeninitiative ist in diesem Zusammenhang ganz wichtig”, betont er zum Abschluss. 

Dernai wird Mitte 2023 der erste TBA-Absolvent sein, Freiberg wird dann ein Jahr später seine Fortbildung abschließen.

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TBA-Studenten im Interview

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